Zehnseiten.de – Lesung

Video-Lesung aus „Steiners Geschichte“

Steiners Geschichte. Roman.
479 S.: Gebunden
C.H.BECK ISBN 978-3-406-66757-2

Ina Steiner ist schwanger, aber kurz vor der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter bittet sie Martin, den Erzähler in Constantin Göttferts neuem Roman, um eine Auszeit. Ihr Großvater Steiner ist gestorben und hat sie mit zu vielen offenen Fragen zurückgelassen.

Ina ist an der March, im österreichischen Grenzgebiet zur Slowakei, aufgewachsen, aber ihre Familie sind Karpatendeutsche, Vertriebene, die in Österreich nie heimisch geworden sind und nicht heimisch werden wollten. Die Vergangenheit liegt wie ein großer, alles erdrückender Schatten über dem Leben von Jahrzehnten, über der Familie, die daran zerbricht. Ina macht sich auf die Suche nach der Herkunft ihrer Familie in der heutigen Slowakei und Martin folgt ihr nach, auf eine Reise in die Vergangenheit und die Gegenwart von Ost und West, Tätern und Opfern, Verlierern und Gewinnern nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. In diesem großen Roman erzählt Constantin Göttfert präzis und dicht, atmosphärisch und spannend, mit einem Sinn für das groteske Detail von Schuld und Vertreibung, von Leid und Verrat, von ungesühnten Verbrechen und dem Überleben und davon, wie eine Gegenwart erst möglich ist, wenn der Schatten der Vergangenheit verfliegt.

Mein neuer Roman „Steiners Geschichte“ im Herbst 2014 bei C.H.Beck

Mein neuer Roman „Steiners Geschichte“ im Herbst 2014 bei C.H.Beck

Ich bin aufgewachsen an der österreichisch-slowakischen Grenze. Die 80er Jahre waren eine Zeit, in der auch in Österreich Bunker gebaut und Atomschutzübungen in den Klassenzimmern durchgeführt wurden. Die Grenze zur damaligen Tschechoslowakei wurde scharf bewacht. Beim Spaziergang am Grenzfluss war uns Kindern der Anblick von Wachtürmen und das Gebell der Hundestaffel sehr vertraut.

In den letzten vier Jahren habe ich mich einem größeren Roman gewidmet, der dies- und jenseits dieses ehemaligen Grenzflusses zwischen Kapitalismus und Kommunismus spielt. Es ist eine Familiengeschichte, deren Wurzeln an beiden Seiten der March liegen.

Als ich einen befreundeten Fotografen bat, mich auf einen Spaziergang entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs zu begleiten, sagte er sofort zu. Dort, wo zu meiner Kindheit noch die Soldaten in den Jeeps auf Patrolle fuhren, führt jetzt ein Radweg an den ehemaligen Grenzhäusern und Wachtürmen vorbei. Auch das Zollhäuschen ist aufgelöst – dort werden jetzt Blumen verkauft.

Die folgenden Bilder entstanden auf diesem Spaziergang.