Narrative in Computerspielen – „Fleischtage“ goes Bludenz

Vergangenen Donnerstag nahmen die Grafikerin Olivia Weiß, der Dozent an der Fachhochschule Patrick Jost und ich an einer Veranstaltung zum Thema „Narrative in Computerspielen“ teil. (Fotos von Barbara Winkler) Wir bedanken uns bei ca. 130 Zuseherinnen und Zusehern für das Interesse, beim Team Kopfsprung für die Organisation und bei der Technik in der Remise für die tolle Unterstützung.

Im Hintergrund ist eine Szene aus "Fleischtage" zu sehen.
Wir beantworteten Fragen zur Idee sowie zur Umsetzung.
Olivia gab Auskunft zur grafischen Gestaltung sowie zur Animation.
 
Patrick Jost gab eine Einführung in die Geschichte der Adventures. Dabei durfte natürlich der Klassiker Monkey Island nicht fehlen.
 
 
Olivia erzählte über die Enstehung des Karma-Monitors - ein Tool, das dem Spieler auf ironische Weise die Auswirkungen seines Verhaltens im Spiel zeigt. Links oben die Handzeichnung, darunter die bearbeitete Version, rechts die fertige Fassung im spielinternen Smartphone.
Der Startbildschirm in "Fleischtage".
Wir bedanken uns bei ca. 130 Zuseherinnen und Zusehern für das Interesse.
Im Hintergrund ist die Szene in der Vorratskammer zu sehen.
Patrick Jost zeigte auch, wie Virtual Reality zukünftig in Computerspielen Einzug halten könnte.
Im praktischen Teil des Abends konnten die Zuseher mit grünen und roten Leuchten bestimmen, ob sich der Protagonist eher freundlich oder eher böse verhalten soll.
 

„Eine Reise durch die Narrative von Computerspielen“ – Diskussionsabend am 7. Dezember in Bludenz

fleischhauerei-karlGestern erfolgte die erste Skype-Konferenz zum geplanten Diskussionsabend in Bludenz am 7. Dezember. Wir freuen uns, dass mit Frauke Kühn und Barbara Winkler vom Team Kopfsprünge aus Vorarlberg sowie Patrick Jost, einem Dozenten der Fachhochschule Vorarlberg, der sich intensiv mit Narrativen in Computerspielen befasst. alles in gute Bahnen geleitet ist. Wir freuen uns auf die Diskussion. Auch bei Computerspielen stehen ja die Erzählung und die Charaktere im Mittelpunkt. Außerdem freuen wir uns darauf, an diesem Abend einige Szenen unseres Spiels präsentieren zu können und machen uns nun hurtig wieder an die Arbeit …

Kopfsprünge – Eine Reise durch die Narrative von Computerspielen

7. Dezember 2017, 19.30
„Eine Reise durch die Narrative von Computerspielen“
Remise
Raiffeisenplatz 1
6700 Bludenz

Im Rahmen der Reihe „Kopfsprünge“ werden Olivia Weiß und ich mit Patrick Jost, einem Dozenten der Fachhochschule Vorarlberg, über Narrative in Computerspielen diskutieren. Außerdem werden wir einige Szenen unseres Spiels „Fleischtage“ präsentieren.

Auf unserer FB-Seite kann man übrigens die Entstehung des Spiels mitverfolgen.

Wir Kinder der Dummheit – eine Erinnerung an kluge Tage

schuluhrLiebe Redaktion,

kürzlich las ich in Ihrer Zeitung wieder einmal davon, dass die Jugend immer dümmer würde. Glauben Sie mir, das bestürzte mich. Schließlich weiß ich doch, dass bereits meine eigene Generation, also sozusagen ich selbst, in ziemlich weitläufigem Maße dumm gewesen war. Da man damals noch richtig erzogen wurde, hatten wir jeden Sonntag beim Schnitzlwirt auf eine rotweiße Plastiktischdecke zu starren. Wir Kinder dieser bereits reichlich medienbedrohten Generation hatten zum Glück noch keine Smartphones, die uns unkonzentriert und/oder unkritisch und/oder dumm hätten machen können, weshalb wir jeden dieser Sonntage zur innerlichen Einkehr nutzten, um den sogenannten Erwachsenen bei ihren beherzten Versuchen nachzudenken zuzuhören. Wir waren von der Hoffnung beseelt, damit unserer beginnenden Dummheit noch entkommen zu können. Damals las man auch noch richtige Zeitungen aus Papier, die man sich Sonntag für Sonntag aus den Zeitungsständern stahl, um sich all die Weltvorgänge, die sich außerhalb des sonntäglichen Schnitzlwirts abspielten, praktischerweise innerhalb von 34 kleinformatigen Seiten zu Gemüte zu führen – zweifelsohne ein Gewinn für all die vielbeschäftigten Menschen am Tisch, die damit reichlich Gelegenheit fanden, ihre weitschweifigen Analysen zu diesem oder jenem Thema zum Besten zu geben. Leider aber waren wir Kinder kaum fähig, diesen Ausführungen, die mit jedem Bierkrug komplexer wurden, zu folgen. Schuld daran war insbesondere die Literatur, denn die amerikanischen Comics, die wir heimlich lasen, raubten uns die Fähigkeit zur Konzentration, das Fernsehen verwirrte unsere Vorstellungskraft von der Welt und das Ausbleiben der Prügelstrafe machte uns denkfaul, weich und unkritisch gegen das Weltgeschehen.
Ich bin heute übrigens schon 37 Jahre alt geworden und damit zum Glück um 7 Jahre zu alt, um mich von meinem Smartphone unkonzentriert und/oder unkritisch und/oder dumm machen zu lassen. Ganz anders verhält sich dies freilich mit den zwei Kindern meiner Lebensgefährtin, die neben mir gerade die Köpfe aus ihren Büchern heben und fragen, was mich denn so seufzen macht. Wir lasen Ihren Artikel also noch einmal gemeinsam und sie kamen zum Schluss, dass es doch erstaunlich war, wie sie hier beschimpft wurden, ohne mit der Verfasserin überhaupt bekannt zu sein.
Ich hörte übrigens, Ihnen läuft Ihre junge Leserschaft davon? Nun – ich finde, es muss ganz eindeutig daran liegen, dass sich heutzutage einfach niemand mehr richtig konzentrieren kann.

Wovon man leben soll – ein offenes Telefonat

20141231_115103Ich rief die Partei meines Herzens an, denn wenn auch nicht jeder, der Sonntagnacht die Cookie-Krümel unter den Monitoren der Kreativbüros wegwischt, eine Innenstadt-Loft beziehen darf, so empfinde ich die Idee, dass man Menschen für ihre Arbeit bezahlt, durchwegs verfolgenswert.

Ich wählte, man verband mich weiter und schließlich landete ich bei einem Mann, der entgegen meinen Erwartungen meiner Idee durchaus etwas abgewinnen konnte. Ich gebe ja zu, dass ich mit Widerspruch gerechnet hatte, sorgte doch bereits seit Jahren das jugendliche Prekariat dafür, dass es unsere Eltern einmal viel, viel besser haben sollten. Doch nichts dergleichen. Der Mann am anderen Ende der Leitung stimmte meinen Ideen nicht nur zu, sondern steurte auch selbst einige Perlen hinzu. Mit flammenden Herzen bauten wir gemeinsam unser Utopia, schufen leistbare Wohnungen, Kindergartenplätze und sogar Schulen und Zeitungen, die diesen Namen verdienten. Wie anno dazumal glitzerten auch Urlaubs-, Kranken- und Arbeitslosengeld in diesem Traum.

Seine Schöpfung vollendet, hörte ich meinen Gesprächspartner satt und zufrieden atmen. Doch in mir kam ein Zweifel auf. Woher, fragte ich mich, wusste die Partei der Arbeiter denn plötzlich so gut über die Arbeit Bescheid? Noch als ich ihn dies fragte, fiel unser Utopia in Stücke und versank. Er wisse es deshalb, antwortete der Mann schroff, weil er selbst seit Jahren Praktikant sei, und ausgerechnet jene Partei, die so gern wie keine andere die Faust gegen die Armut ballt, zahle ihm gerade einmal 400 Euro im Monat.

Fleischtage – ein literarisches Adventure

„Fleischtage“ nennt sich das jährliche Fest der Fleischhauer und Wurstwarenhersteller im Dorf. Nach dem unerwarteten Tod des letzten Fleischers beauftragt dessen einziger Sohn eine Räumungsfirma mit der Entrümpelung des leerstehenden Hauses. Doch auf der Suche nach wertvollen Möbelstücken gerät der entsendete Mitarbeiter bald auf die Spur einer bizarren Familiengeschichte. Dieser Mitarbeiter bist du.

Idee, Programmierung, Text, Animationen: Constantin Göttfert
Grafik, Animationen: Olivia Weiss
Musik und Sound-Design: Roman Richter

Teile des Spiels werden im Rahmen der literarischen Veranstaltung „Kopfsprünge“, bei der Olivia und ich über die Möglichkeiten des Erzählens in Computerspielen sprechen werden, am 7. Dezember in der Remise in Bludenz vorgestellt.

Die Arbeitswelt der Zukunft

wildschwein-olivia-weissDie Arbeitswelt der Zukunft

Eine Freundin, einer der klügsten und gebildetsten Menschen, die ich kennenlernen durfte, hatte sich um ein Praktikum als Redakteurin beworben.

„Ich hab’s nicht geschafft“, erzählte sie. „Weißt du, die anderen hatten einfach die besseren Ideen.“

Um ihre Eignung zu prüfen, war sie nämlich in einem sogenannten Assessment-Center vor die schwierige Aufgabe gestellt worden, eine Idee für die „Arbeitswelt der Zukunft“ zu entwickeln. Der Projektvorschlag des umjubelten Gewinners, der sich – wie es im Newsletter der Redaktion hieß – bereits sehr darauf freute, sechs Monate unbezahlt zu arbeiten, würde die Arbeit in den Redaktionen dieser Welt stark vereinfachen. Durch den Einsatz einer Ghostwriter-Software bräuchte es pro Zeitung zukünftig nur noch einen einzigen Redakteur. Dieser hätte lediglich die Software mit entsprechenden Schlagwörtern zu füttern. Auch die politische Ausrichtung des Geschriebenen ließe sich an einer zehnstufigen Skala einstellen: von rechts bis links, von liberal bis „Erdogan“. Die Software, für die lediglich einmal jährlich eine Lizenzgebühr fällig wäre, könne aber auch Gedichte schreiben, also vom Duft der Schneeglöckchen berichten oder von der Einsamkeit einer Raupe auf einer grünen Vorhangstange.

„Schade, dass es nicht geklappt hat“, sagte ich. „Aber jetzt möchte ich doch zu gern wissen, womit du dich denn beworben hast?“

Nun, räumte sie zerknirscht ein, sie hätte es sicher übertrieben, aber ihr Vorschlag für die „Arbeitswelt der Zukunft“ basiere nun einmal auf der verrückten Idee, dass auch die reichsten Menschen ihre Gewinne zu versteuern hätten. Arbeitende Menschen müssten für ihre Arbeit ganz einfach bezahlt werden und alleinerziehende Mütter würden finanziell unterstützt anstatt systematisch in die Armut getrieben. Das aber sei der Jury einfach viel zu utopisch gewesen.

Verleihung des Retzhofer Dramapreises

Verleihung des Retzhofer Dramapreises

Nach zahlreichen Workshops und Textdiskussionen wird am 11. Juni nun der Retzhofer Dramapreis im Schloss Retzhof verliehen. Nominiert sind Svenja Viola Bungarten, Christian Eichner, Liat Fassberg, Constantin Göttfert, Anna Hubner, Alexandra Koch, Joël László, Stefanie Lehrner, Izabela Makowska, Michael Meichßner, Antje Thoms, Astrid Nischkauer, Katharina Paul, Tanja Šljivar, Maximilian Smirzitz und Marcus Peter Tesch.

http://www.dramatikerinnenfestival17.at/

Vernissage und Lesung in Schwaz

Vernissage und Lesung am 11. März in Schwaz/Tirol 

Vor 8 Jahren lebte ich für einige Monate im Franziskanerkloster in Schwaz in Tirol. Als Stadtschreiber bewohnte ich dort eine Klosterzelle, in der ein riesiger hölzerner Jesus über meinen Schlaf wachte. Ich aß mit den Patres zu Mittag und durfte mir in der Klosterbibliothek eine siebenschwänzige Geißel aus der Nähe ansehen. (Ich habe sie mir nicht zu nahe angesehen.)
Derzeit sind Arbeiten von Olivia Weiß in der Galerie Unterlechner in Schwaz zu sehen. Besonders freut mich, dass dort auch ihr Bild Bäumefrau ausgestellt wird. Das damit verbundene Märchen „Das Mädchen und seine Liebhaber“ dufte ich bei der Vernissage am 11. März vorlesen. Noch bis 23. April gibt es in der Galerie Unterlechner Zeichnungen von Wildschweinen, Pferdeköpfe aus Ton und sehr viel anderes Schönes zu sehen. 

Die Künstlerinnen Olivia Weiß und K. Ryn Astl und ich vor Olivias "Bäumefrau".
Pferdeköpfe.
Ein Blick auf unsere Graphic Novel "Holzung".
Lesung "Das Mädchen und seine Liebhaber"
Auch die Schwazer Schriftstellerin Friederike Gösweiner war anwesend.

Die Ausstellung ist noch bis 23. April zu sehen!vernissage-olivia-weiss-schwaz

Die gesammelten Liebesbriefe der ZEIT

seither-denk-ich-dauernd-an-dichDie gesammelten Liebesbriefe der ZEIT

Dieses hübsche Bändchen versammelt 45 Liebeserklärungen, die in den letzten Jahren in der ZEIT erschienen sind. Zu meiner großen Freude ist mit „Ich habe Ihre Hände studiert“ auch mein Liebesbrief an Olivia Weiß darunter.

Seither denke ich dauernd an Dich
Besondere Liebesbriefe
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