Bücher

Steiners Geschichte, C.H.Beck 2014Detroit, Textem Verlag 2012Satus Katze, C.H.Beck 2011


Steiners GeschichteSteiners Geschichte (C.H. Beck 2014)

Steiner sei mit seiner Familie hierhergekommen und habe sofort alles Österreichische abgelehnt und alles Slowakische abgelehnt und habe immer wieder nur gesagt, dass es keine Heimat gebe, dass er und seine Familie, also auch Ina, keine Heimat haben. Wir haben keine Heimat mehr, habe er immer wieder betont, auch nicht nach Jahren, auch nicht nach Jahrzehnten. Heimat, das ist dort drüben, hinter dem Eisernen Vorhang, das ist dort, wo man nicht hingelangen kann, nicht weit, aber doch unendlich weit. Und würde man tatsächlich nach Limbach gehen, wäre das eines Tages möglich, wäre es doch keine Heimat. Es gibt einen Haus und einen Hof und einen Kartoffelacker, wusste Ina, und Weinberge und eine Kirche und Birkenwälder und die Ruinen einer alten Burg, aber das alles zusammen sei dennoch keine Heimat.

Ein atmosphärischer und spannender Roman über Schuld und Vertreibung, Leid und Verrat. – Buchkultur, Okt. 2014

Eine anspruchsvolle, atmosphärisch sehr dichte Lektüre, die ihre Zeit braucht, die meines Erachtens aber interessierten LeserInnen für ein tieferes Verständnis unserer Gegenwart speziell im Osten Österreichs sehr zu empfehlen ist. – Bibliotheksnachrichten, 2015

Leise und feinsinnig schafft er in seinem jüngsten, fast 500 Seiten starken Roman „Steiners Geschichte“ Figuren, die eine wuchtige, fast biblische Kraft entwickeln. – aus der Urteilsbegründung zur Vergabe des Gisela-Scherer Stipendiums, 2015


Detroit, Textem Verlag 2012

Detroit (Textem Verlag 2012)

Wir waren doch auf eine geradezu groteske Weise miteinander verwandt, dachte ich, in eine Familie hineingesteckt, in der doch niemand mit dem Kopf des anderen etwas anzufangen wusste, in der der eine Kopf den anderen blockierte. Dass wir nun gemeinsam, zu dritt, nach Amerika gefahren waren, erschien mir immer rätselhafter.

Ein gescheiterter Roadtrip nach Detroit, erzählt auf kleinstem Raum. Constantin Göttfert ist Spezialist für düstere Familienszenarien (…) — The Daily Frown

 


katzeSatus Katze (C.H. Beck 2011)

Ich lehnte neben dem Finnen und blickte auf den Kadaver der Katze. Unter den Bewegungen seiner Hände rutschte eine Darmschlinge mit einem Schwall halbgefrorenen Blutes in den Schnee.
Was hast du vor?, fragte ich.
Mein Blick fiel auf die Kette an seinem Hals.
Ich mache sie auf, sagte er.
Was meinst du?, fragte ich.
Ich mache sie auf, wiederholte er.

Kunstfertig arrangiert […] mit viel Gespür für das Klirren von unerwiderten Gefühlen. — Neue Zürcher Zeitung

Ein überzeugender Debütroman: Constantin Göttfert zeigt in ‘Satus Katze’, dass er auch die lange Form beherrscht – mehr noch, sein Roman ist ein Meisterwerk filigraner Erzählkunst. — Literaturkritik.de

Was kompliziert klingt, ist lediglich komplex und kommt absolut stringent daher. Göttfert erzählt das so gekonnt, dass es eine Freude ist, wie die verschiedenen Ebenen einander befruchten. Diese Spannung treibt die Geschichte voran. Wenn so zeitgenössisch mit skandinavischen Sagen gespielt wird, dann bitte, mehr davon. — Spiegel Online