Die Arbeitswelt der Zukunft

wildschwein-olivia-weissDie Arbeitswelt der Zukunft

Eine Freundin, einer der klügsten und gebildetsten Menschen, die ich kennenlernen durfte, hatte sich um ein Praktikum als Redakteurin beworben.

„Ich hab’s nicht geschafft“, erzählte sie. „Weißt du, die anderen hatten einfach die besseren Ideen.“

Um ihre Eignung zu prüfen, war sie nämlich in einem sogenannten Assessment-Center vor die schwierige Aufgabe gestellt worden, eine Idee für die „Arbeitswelt der Zukunft“ zu entwickeln. Der Projektvorschlag des umjubelten Gewinners, der sich – wie es im Newsletter der Redaktion hieß – bereits sehr darauf freute, sechs Monate unbezahlt zu arbeiten, würde die Arbeit in den Redaktionen dieser Welt stark vereinfachen. Durch den Einsatz einer Ghostwriter-Software bräuchte es pro Zeitung zukünftig nur noch einen einzigen Redakteur. Dieser hätte lediglich die Software mit entsprechenden Schlagwörtern zu füttern. Auch die politische Ausrichtung des Geschriebenen ließe sich an einer zehnstufigen Skala einstellen: von rechts bis links, von liberal bis „Erdogan“. Die Software, für die lediglich einmal jährlich eine Lizenzgebühr fällig wäre, könne aber auch Gedichte schreiben, also vom Duft der Schneeglöckchen berichten oder von der Einsamkeit einer Raupe auf einer grünen Vorhangstange.

„Schade, dass es nicht geklappt hat“, sagte ich. „Aber jetzt möchte ich doch zu gern wissen, womit du dich denn beworben hast?“

Nun, räumte sie zerknirscht ein, sie hätte es sicher übertrieben, aber ihr Vorschlag für die „Arbeitswelt der Zukunft“ basiere nun einmal auf der verrückten Idee, dass auch die reichsten Menschen ihre Gewinne zu versteuern hätten. Arbeitende Menschen müssten für ihre Arbeit ganz einfach bezahlt werden und alleinerziehende Mütter würden finanziell unterstützt anstatt systematisch in die Armut getrieben. Das aber sei der Jury einfach viel zu utopisch gewesen.

Verleihung des Retzhofer Dramapreises

Verleihung des Retzhofer Dramapreises

Nach zahlreichen Workshops und Textdiskussionen wird am 11. Juni nun der Retzhofer Dramapreis im Schloss Retzhof verliehen. Nominiert sind Svenja Viola Bungarten, Christian Eichner, Liat Fassberg, Constantin Göttfert, Anna Hubner, Alexandra Koch, Joël László, Stefanie Lehrner, Izabela Makowska, Michael Meichßner, Antje Thoms, Astrid Nischkauer, Katharina Paul, Tanja Šljivar, Maximilian Smirzitz und Marcus Peter Tesch.

http://www.dramatikerinnenfestival17.at/

Vernissage und Lesung in Schwaz

Vernissage und Lesung am 11. März in Schwaz/Tirol 

Vor 8 Jahren lebte ich für einige Monate im Franziskanerkloster in Schwaz in Tirol. Als Stadtschreiber bewohnte ich dort eine Klosterzelle, in der ein riesiger hölzerner Jesus über meinen Schlaf wachte. Ich aß mit den Patres zu Mittag und durfte mir in der Klosterbibliothek eine siebenschwänzige Geißel aus der Nähe ansehen. (Ich habe sie mir nicht zu nahe angesehen.)
Derzeit sind Arbeiten von Olivia Weiß in der Galerie Unterlechner in Schwaz zu sehen. Besonders freut mich, dass dort auch ihr Bild Bäumefrau ausgestellt wird. Das damit verbundene Märchen „Das Mädchen und seine Liebhaber“ dufte ich bei der Vernissage am 11. März vorlesen. Noch bis 23. April gibt es in der Galerie Unterlechner Zeichnungen von Wildschweinen, Pferdeköpfe aus Ton und sehr viel anderes Schönes zu sehen. 

Die Künstlerinnen Olivia Weiß und K. Ryn Astl und ich vor Olivias "Bäumefrau".
Pferdeköpfe.
Ein Blick auf unsere Graphic Novel "Holzung".
Lesung "Das Mädchen und seine Liebhaber"
Auch die Schwazer Schriftstellerin Friederike Gösweiner war anwesend.

Die Ausstellung ist noch bis 23. April zu sehen!vernissage-olivia-weiss-schwaz

Die gesammelten Liebesbriefe der ZEIT

seither-denk-ich-dauernd-an-dichDie gesammelten Liebesbriefe der ZEIT

Dieses hübsche Bändchen versammelt 45 Liebeserklärungen, die in den letzten Jahren in der ZEIT erschienen sind. Zu meiner großen Freude ist mit „Ich habe Ihre Hände studiert“ auch mein Liebesbrief an Olivia Weiß darunter.

Seither denke ich dauernd an Dich
Besondere Liebesbriefe
(c) 2017 Arche Literatur Verlag AG

Die Rampe 04/16

die-rampe-literaturzeitschriftDie Rampe 04/16

Mit „Holzung“ ist auch einer meiner Texte in der aktuellen Ausgabe der Rampe vertreten. Anlässlich der Präsentation der Zeitschrift nehme ich außerdem an einer Diskussion über die Bedeutung von Literaturzeitschriften in der Alten Schmiede teil.

19.1 (19 Uhr)
Alte Schmiede
Schönlaterngasse 9
1010 Wien

 

Holzung – eine Graphic Novel

Holzung – eine Graphic Novel

In Zusammenarbeit mit der Wiener Künstlerin Olivia Weiss (mehr unter www.oliviaweiss.net)

 

„Ich habe Ihre Hände studiert …“ – mein Liebesbrief in der ZEIT

liebesbrief-die-zeit-goettfert„Ich habe Ihre Hände studiert …“ – mein Liebesbrief in der ZEIT

Für die aktuelle Ausgabe der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT (Nummer 42) durfte ich einen Beitrag in der Rubrik „Liebesbriefe“ schreiben. Die Vorgaben ließen an sich sehr viel Raum: Der Adressat sollte mir bekannt sein – oder auch nicht, lebendig sein – oder auch nicht und berühmt sein – oder auch nicht. Auf jeden Fall aber sollte es sich um jemanden handeln, zu dem ich eine sehr starke Zuneigung empfinde. Was lag da näher, als jenem Menschen zu schreiben, der mich seit über 20 Jahren begleitet? 🙂

Der Text ist mittlerweile hier auch online abrufbar.